Beziehungen werden virtuell, Berührungen finden auf dem Touchscreen statt. Eine Welt, in der das Auge nicht nur bei gutem Essen mit isst, sondern auch sonst alles verschlingt. Uns fehlt der Sinn, denn uns fehlen unsere Sinne.
Der Hörsinn. Unerhört ereignen sich Skandale, wird gelogen, vertuscht, getuschelt. Wir schauen auf andere, doch hören nicht auf uns. Wir lauschen nicht mal der Musik, sondern starren sie an, wenn Helene Fischer oder Rammstein mit dem Feuer spielen. Der Blick stets gerichtet – auf das Handy, den Laptop oder die Glotze. Richten wir uns damit selbst? Unser Auge hört, riecht und fühlt – jeden Augenblick, doch nie so richtig. Wie Sauron sieht es scheinbar alles, doch nie mit dem Herzen.
Wie riechen eigentlich Lilien? Im botanischen Garten leuchtet alles, doch vergesse ich den Duft. Wir sollten endlich aufhören Monopoly zu spielen. Nicht nur in die Schlossallee investieren, nicht nur auf das was glänzt verlassen, Medien mal lassen, schlimmeres verhindern: die Renaissance von Rassen und Klassen. Die Zukunft gehört den Kindern. Um klar zu sehen, müssen wir die Augen schließen und damit auch Frieden. Den Jetlag verarbeiten von all den Bildern. Ein eigenes Bild entwerfen, okay, aber dann auch multimedial. Zugegeben, uns fehlen Kategorien für halbsüßes, fluffiges Warm. Doch lassen wir uns darauf ein, lassen wir manches auch sein. Erst das Greifen und die Gier machten aus uns ein dreidimensional denkendes Tier. Wollen wir wirklich nur das sein? Ich mein‘, ich mach‘ mir daraus keinen Reim. Versteht ein Blinder denn nicht besser? Würde er unterscheiden zwischen nass und nässer? Trotzdem sollten wir dankbar bleiben für das Licht, das wir empfangen, vom Schein nicht trügen lassen. Um die Sonnenstrahlen zu genießen, einfach mal die Augen schließen.
© Simeon Holub